MALTE URBSCHAT

Der konzeptuelle Bildhauer Malte Urbschat hat sich einen Skatepark unter einer Brücke am Wallgraben von Stade als Stätte für seine „Silberleichen“ (2013) ausgesucht. Unzählige Skaterinnen und Skater haben dort ihre alten Sneakers zum kollektiven Verrotten aufgehangen, ein auratischer Ort, an dem Stadtpolitik (siehe die “Legal Wall“ für die „kreativen Köpfe in und um Stade“), Teenager-Träume und architektonische Rauheit kollidieren. Hier platziert Urbschat seine zwei ungleichen Skulpturen, zwei in silberne von einer Brücke herabhängende Corpora, deren povere Verpackung nichts an die Oberfläche lässt außer Verformungen und Wölbungen eines länglichen Zylinders mit spitzen Enden. Urbschat begreift seine „Silberleichen“ als Hommage an den 2012 verstorbenen Künstler Franz West (*1947-†2012) und an die Ex-Skaterinnen und Skater aus Stade. Seine Skulpturen, Installationen, Bilder und Collagen sind modellhafte Versuchsaufbauten, sinnlich-systematische Arrangements, die „das Reale“ blitzartig einfangen, um danach wieder im grauen Trott übersehen zu werden.

 

 

Lamettapeitsche, 2006, 120 x 9 cm